Die unsichtbare Stadt

Die unsichtbare Stadt

Wenn du dich eines Morgens mitten in Anastasia befindest, die Wünsche wecken sich alle auf einmal und umringen dich. Die Stadt erscheint dir als ein Ganzes, in dem kein Wunsch verlorengeht und vom du selbst ein Teil bist, und da sie über alles verfügt, was dir fehlt, bleibt dir nichts anderes übrig, als diesen Wunsch zu bewohnen ....

In Chloe, einer großen Stadt, kennen die Menschen, die auf den Straßen gehen, einander nicht. Wenn sie sich sehen, stellen sie sich tausend Dinge voneinander vor: Begegnungen, die es zwischen ihnen geben könnte, Gespräche, Überraschungen, Liebkosungen, Bisse. Doch niemand grüßt irgendwen, die Blicke kreuzen sich eine Sekunde und weichen dann aus, suchen andere Blicke, bleiben nicht stehen. Ein Mädchen kommt vorbei...eine Frau in Schwarz...ein tätowierter Riese....

Italo Calvino

Von der Vorgartenstraße bis Leopoldau
10 Haltestellen Stadt auswärts, eine Richtung, an einem Arbeitstag, in der Zeit, in der man nach Hause zurück fährt.

Die Performance: Erzählungen in verschiedenen Sprachen über Städte als Orte menschlichen und unmenschlichen Handelns. Städte des Wünschens, des Tausches, der Erinnerungen...
Gewebe aus Stimmen und Klängen beschwören die universelle Stadt.

Beschreibung der Performance:
Verschiedene, onirisch gekleidete Performer erzählen, in den Zügen der Ubahn U1, in der Strecke zwischen Vorgartenstrasse und Leopoldau, den Reisenden bearbeitete Stücke aus dem Roman „Die Unsichtbaren Städte“ des berühmten italienischen Schriftstellers Italo Calvino.
Die Geschichten werden jeweils nicht bis zu Ende erzählt, das heißt, der Performer steigt an einem gewissen Zeitpunkt der Geschichte aus und wenn das Publikum die Geschichte bis ans Ende hören möchte, so muss es zusammen mit dem Performer aussteigen und ihm folgen, auf den nächsten Zug.
Die Performance wird am 13. und am 20. September (Dienstag/e), von 18:30 bis 19:45 Uhr  stattfinden.
Jede Performance wird dokumentiert (mit der videoKamera)

Überlegungen:
Immer die gleiche Strecke, jeden Tag die gleiche Ubahn
Blicke, Bewegungen, Gespräche, unerwartete Reaktionen
Eine Vision der Stadt der Gegenwart, wo die Gewohnheit unsere Sinne betäubt.

„Jetzt steige ich aus, wie üblich, oder ich bleibe und fahre noch ein Stück weiter um die Geschichte fertig zu hören?“
Eine Frage. Eine Wette mit dem Publikum

Die Wette: neue Gestalten, neue Farben brechen die tägliche Routine, ziehen die Blicke an, verändern den Fluxus der Strömungen der Leute, die wie blind Ihre gewohnte Wege gehen.
Die Performance als Hindernis, Stolperstein die zu neuen Möglichkeiten, zu Fluchtwege führen.
Man wird abgelenkt und schon ist man zu weit, man sieht andere Perspektiven, man steigt wanders aus, man bleibt bis zum nie davor erreichten Endpunkt...der Ubahnlinie.

"Alle Dinge, die wir sehen, müssen wir wirklich zum erstenmal sehen, weil es ja tatsächlich das erste Mal ist, dass wir sie sehen. Und dann ist jede gelbe Blume eine neue gelbe Blume, auch wenn es dieselbe von gestern ist ... Schade, dass wir nicht Augen haben, um das zu begreifen, denn dann wären wir wirklich glücklich"
Pessoa

 

Wer

RoteHaare Kulturverein 

Wann

20.09.2011

18.30 h - 19.45 h

Wo

U1 Vorgartenstraße bis Leopoldau

U1 Vorgartenstraße bis Leopoldau
1220
Wien
 

 

 

 

Kategorie

Auf zu neuen Ufern 3

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